{"id":2552,"date":"2021-02-05T17:07:01","date_gmt":"2021-02-05T16:07:01","guid":{"rendered":"https:\/\/casa-rosa.net\/?p=2552"},"modified":"2021-02-17T10:43:51","modified_gmt":"2021-02-17T09:43:51","slug":"mensch-tier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/casa-rosa.net\/?p=2552","title":{"rendered":"Mensch &#038; Tier"},"content":{"rendered":"\n<p>Maverick (siehe Foto oben) lebt im Tierheim von Omegna. Er ist passionierter Schlangenf\u00e4nger, eine ausgepr\u00e4gte Pers\u00f6nlichkeit also, die aus diesem und anderen Gr\u00fcnden nicht leicht zu vermitteln ist. Er hat mich innerlich angezogen &#8211; so f\u00fchlt es sich zumindest an &#8211;&nbsp; um diesen Sommer eine Art Beobachtungsprojekt im Tierheim zu starten. Mein Vermuten ist, dass Tiere in bestimmter Hinsicht &#8222;intelligenter&#8220; sind als wir denken. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sie keine Computer konstruieren, aber doch, da ist etwas, eine Art unmittelbares Wissen, eine Kommunikation auch, die tiefer geht, feinsinniger und umfassender ist, als wir denken. Das jedenfalls ist mein Eindruck.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort im Tierheim leben im Moment ca. 40 Hunde, von denen 19 mehrere Stunden jeden Tag frei innerhalb eines gro\u00dfen Gel\u00e4ndes unbeobachtet ihr Zusammenleben gestalten. Mich w\u00fcrde interessieren, wie dieses Miteinander der Hunde konkret aussieht, gibt es sinnvolle soziale Formen, oder herrscht einzig das Gesetz des St\u00e4rkeren und ansonsten Chaos?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Spazierg\u00e4ngen mit meinen eigenen Hunden in dem an das Tierheim grenzenden Park war mir bereits mehrfach aufgefallen, dass die Hunde aus dem Tierheim &#8211; wenn wir ihnen begegnen &#8211;&nbsp; sich in der Regel bemerkenswert ruhig und ausgeglichen verhalten. Mein Interesse war geweckt, denn aus anderen Tierheimen war ich anderes gewohnt. Hunde im Tierheim sind meist in einem Gem\u00fctszustand, der nur als &#8222;Au\u00dfer sich sein&#8220;, das Gegenteil also von Ausgeglichenheit und &#8222;In sich Ruhen&#8220; bezeichnet werden kann. Diese hier aber wirkten bemerkenswert ruhig und ausgeglichen, mehr noch als einige ihrer Kollegen, die ein &#8222;Zuhause&#8220; haben und mit ihrem Besitzer ebenfalls im Park unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es bei frei zusammenlebenden Hunden eine soziale Ordnung die auf mehr, als nur auf &#8222;das Recht des St\u00e4rkeren&#8220; beruht? Wie wirkt dies auf die innere Verfassung der einzelnen Mitglieder? Und nicht zuletzt interessiert mich, welche Rolle der Mensch hierbei einnimmt. <\/strong>Dort in dem Tierheim ist es nicht dem Zufall \u00fcberlassen, welche Hunde in der Gruppe laufen und welche nicht. Es gibt dort jemanden, der das ganze f\u00fchrt und begleitet, auch wenn die Hunde dann die meiste Zeit sich selbst \u00fcberlassen bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei meinem ersten Besuch begr\u00fc\u00dfte mich Maverick mit einer unerwarten Scheinattacke aus dem Halbdunkel seines ger\u00e4umigen Zwingers mit sp\u00fcrbarer Aggression nach vorne schnellend und gegen das Gitter springend, um sofort wieder im Dunkel zu verchwinden\u2026 Er sei misstrauisch gegen\u00fcber allen Fremden sagte man mir. Beim zweiten Besuch quittierte er das hingehaltene Leckerli mit einem Blitzangriff auf mein Ohr. Ich h\u00f6rte nur seine Z\u00e4hne vor meinem Gesicht zusammenklappen, so schnell ging das. Ich h\u00e4tte mich nicht von oben zu ihm hin vorn\u00fcberbeugen d\u00fcrfen, sagte man mir. Das sah ich ein und hielt mich von nun an zur\u00fcck. Er bekam einen Maulkorb um, um nicht noch weiteres zu fourcieren und damit wir uns einigerma\u00dfen entspannt begegnen konnten. Dies war der Anfang einer Freundschaft, die auf gegenseitigem Respekt und auch dem Wissen um die Andersartigkeit unserer Wesensnatur beruhen soll. So jedenfalls ist meine Idee. Maverick hat mir inzwischen ein (f\u00fcr mich deutliches) Zeichen seines Einverst\u00e4ndnisses f\u00fcr gemeinsame Aktionen gegeben, als wir uns zu einem Spaziergang im Park aufmachten, um Eidechsen zu jagen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es nun weitergeht werde ich euch gerne berichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Erika Stolze, Dipl. Biologin<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><a href=\"https:\/\/casa-rosa.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/08-0000000009-01-pepe2-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"364\" height=\"393\" src=\"https:\/\/casa-rosa.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/08-0000000009-01-pepe2-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2689\" srcset=\"https:\/\/casa-rosa.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/08-0000000009-01-pepe2-1.png 364w, https:\/\/casa-rosa.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/08-0000000009-01-pepe2-1-278x300.png 278w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/a><figcaption>Das ist Pepe, eine andere &#8222;Tierheimpers\u00f6nlichkeit&#8220;. Obwohl er taub ist kommt er gut zurecht. Bei sch\u00f6nem Wetter am Wochenende trifft man ihn im Park, wie er ganze Familien spazierenf\u00fchrt. Diese sehen das nat\u00fcrlich umgekehrt&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maverick (siehe Foto oben) lebt im Tierheim von Omegna. Er ist passionierter Schlangenf\u00e4nger, eine ausgepr\u00e4gte Pers\u00f6nlichkeit also, die aus diesem und anderen Gr\u00fcnden nicht leicht zu vermitteln ist. Er hat mich innerlich angezogen &#8211; so f\u00fchlt es sich zumindest an &#8211;&nbsp; um diesen Sommer eine Art Beobachtungsprojekt im Tierheim zu starten. 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